Sonntag, 7. September

Wie meistens startet der Tag langsam. Um 9:30 Uhr zwinge ich mich aufzustehen, da ich immer noch nicht herausgefunden habe, wann die Cafeteria schließt. Entweder wirklich um 9:30 Uhr oder sie ist sonntags generell zu, jedenfalls muss ich zum 7/11. Ich erspare heute mal das Foto: zwei Zuckerbombenbrötchen, eine Banane, ein Müslibecher (ein Becher mit Milch in Größe eines deutschen Sahnebechers mit ca. 2 Esslöffel Cerealien zum Reinschütten. Hole ich nicht nochmal, deutsches Müsli ist mir deutlich lieber) und ein Tetrapack ungesüßten grünen Tees machen mich mehr als satt. Dazu ziehe ich mir Arte- und Spiegeldokus über Chinas Militärparade und Äquatorial-Guinea rein, mein YouTube-Algorithmus ist endgültig auf Politik gepolt. Ich merke ganz langsam, wie sich mein Interesse für deutsche Innenpolitik ausschleicht, auf die heuteshow z.B. hab ich keine Lust. Bei meinem Spiegel-Plus-Abo, was auch hier weiterläuft, lese ich eigentlich nur noch die Politik-Artikel und alles, was mit Amerika zu tun hat. Ich nehme an, der Fokus verschiebt sich.

Ich habe noch etwas über den Austausch mit Camille gestern nachgedacht. Es beruhigt mich tatsächlich sehr, dass sie bisher weniger von der Stadt gesehen hat als ich. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ich mir unterbewusst ziemlich Druck gemacht in den letzten Tagen. Die Stadt zu erkunden, möglichst schnell viele coole Leute kennenzulernen, meine Zeit zu nutzen, (auf Kommando) zu genießen. Angesichts dessen, was ich schon erlebt habe, natürlich Schwachsinn, das ist mir klar.

Aber ich habe schon ein paar Startschwierigkeiten: die Sprachbarriere, die Abgeschiedenheit des Campus und der Fakt, dass ich keinen einzigen Anknüpfungspunkt wie etwa andere Studis aus meiner Berliner Uni habe, machen es durchaus schwer, in so etwas wie einen Alltag zu kommen. Ich muss hier glücklicherweise keine Credits schaffen, da ich in Berlin schon „zu viele“ gemacht habe und mir nichts anrechnen lassen kann; was wiederum bedeutet, dass ich meine Kurse steigen und fallen lassen kann, wie ich möchte. Das zieht aber auch mit sich, dass ich mir für den Fall auch Leute suchen muss, die ähnlich viel Freizeit haben, und das könnte glaube ich schwer werden. Also ich muss nicht, aber es wäre schon stark, ein paar wenige Leute zu kennen, mit denen ich das Land gemeinsam erkunden kann. Anna und Sebastian (die Deutschen, die ich letzten Dienstag kennengelernt habe) kommen dafür infrage, aber optimalerweise will ich in Taiwan mit Leuten abhängen, die ich nicht zufällig auch in Deutschland treffen könnte, einfach der Erfahrung wegen. James (mein erster Roommate) ist ziemlich cool, aber er geht Ende September schon wieder und muss unter der Woche im Labor arbeiten. Ich habe auch schon ein paar Taiwanesen gefragt (zumindest diejenigen, mit denen ich englisch reden kann; das waren jetzt Heizo, mein Mitbewohner und Mina, die ich letzten Mittwoch beim Wandern getroffen hab), ob sie mir etwas vom Land zeigen können. Die haben aber alle (verständlicherweise) ein normales Leben mit Uni und Verpflichtungen, fallen also scheinbar raus.

Immerhin werden unserer Line-Chatgruppe täglich noch neue Leute hinzugefügt. Die Gruppe besteht nur aus Inhabitanten des ersten Obergeschosses, und trotzdem sind das schon 60 Teilnehmer plus ein Floormanager, der regelmäßig Anweisungen und Informationen reinschreibt, bspw. wie die Waschmaschine bedient werden soll oder welche Lebensmittel auf keinen Fall im Kühlschrank aufbewahrt werden dürfen (angefangene z.B.).

Bedienungsanleitung für die Waschmaschine des Stockwerks
Seriöses Profilbild des 2nd Floor – Floormanagers

Jedenfalls hat mir das Gespräch gestern geholfen, eine andere Sichtweise darauf zu bekommen. Camille musste schon die ganze Woche zu Kursen gehen, schreibt morgen einen Test und hat abgesehen von ihren Mitbewohnerinnen kaum neue Leute kennengelernt. Aus der Perspektive betrachtet, hatte ich bislang eigentlich voll den geilen Urlaub, mit jeden Tag neuen Orten und Erlebnissen. Tauschen wollen würde ich nicht.

Wo ich so darüber nachdenke, komme ich immer wieder auf die Frage, was ich mir eigentlich von der Anfangszeit (oder auch langfristig gesehen) erwartet habe. Natürlich nichts Konkretes wie eine Zahl an Orten oder Personen, aber ich habe glaube ich unbewusst schon erwartet, schnell in das Campuslebem einzufinden inklusive Freundesgruppen und Gruppenaktivitäten. Vielleicht ist das nicht in der Form möglich, aber das muss nichts Schlechtes heißen. Die ganze letzte Woche habe ich mit Henry (dem Deutschen, den ich auf dem Hinweg im Flieger kennengelernt hatte) viel Kontakt gehabt, wir haben uns meistens geschickt welche Orte wir gesehen haben, auch als Empfehlung für den anderen. Er ist ja auch alleine unterwegs, hat nicht einmal eine Institution wie die Uni, über die er Kontakte knüpfen könnte. Trotzdem, oder gerade deswegen fällt es ihm besonders leicht, Leute anzusprechen und zu connecten. Das habe ich selbst auch gemerkt bei den Malen, die ich alleine in die Stadt gefahren bin. Gerade als Andersaussehender habe ich den Vorteil, dass einige Menschen wissen wollen, woher ich komme usw. Und ehrlich gesagt, diese Tage waren bis jetzt fast die besten.

Es kann also gut sein, dass ich nicht „die“ Sitcom-Freundesgruppe finde, sondern eher wie ein alleinreisender Backpacker spannende Begegnungen sammle. Oder, am wahrscheinlichsten: irgendwas dazwischen. Ich merke, dass ich jede der Varianten als positiv annehmen kann, je mehr ich darüber philosophiere (und dass Alleinreisen eben nicht bedeutet, dass man einfach nur keine Freunde finden kann) und bekomme auf einmal einen Motivationsschub.

Ich will heute schon noch irgendwie in die Stadt, aber mittags macht das eh keinen Sinn, also räume ich erstmal auf. Kleiner Einschub der Vollständigkeit halber: Was mich auch etwas fertig macht bzw. womit ich erst so ganz langsam klarkomme, ist die Tagesstruktur, die sich durch die heißen Sommertemperaturen ergibt. Wer in Kaohsiung zwischen 10/11 und 14/15 Uhr freiwillig draußen rumläuft, ist entweder Masochist oder weiß es nicht besser und wird eher früher als später eines Besseren belehrt. Wenn man also nicht ultra motiviert um 6 Uhr aufsteht, um den Vormittag zu nutzen, kann man erst ab 14/15 Uhr wieder unterwegs sein. Ich gehöre definitiv zur letzteren Gruppe. Wenn ich in Deutschland erst um 15 Uhr rausgehe, um etwas zu unternehmen, weiß ich i.d.R. ganz genau, dass der Tag bis zu dem Zeitpunkt unproduktiv war und ich mich nicht aufraffen konnte, etwas zu tun, weshalb ich mich dann oft schlecht fühle. Man sollte sich aber davor hüten, das auf tropische Regionen wie Taiwan zu übertragen, daran arbeite ich noch. Der Tag ist hier einfach anders strukturiert, allein die Existenz von den Nachtmärkten beweist das. Und meine durchschnittliche Schlafgehzeit von etwa 2:30 Uhr auch. Ich denke, daran werde ich mich auf jeden Fall gewöhnen, vor allem wird das zum „Winter“ hin entspannter.

Beim Aufräumen meiner Sachen (bisher hatte ich nicht so wirklich Lust, die Sachen im Schrank einzusortieren, solange ich den nicht einmal geputzt habe. Allerdings will ich jetzt auch nicht länger warten) fällt mir eine Tüte ins Auge, die ich letzte Woche noch von James bekommen habe. Ein Freund von ihm ist in sein Heimatland zurückgegangen, und hatte ein paar Gegenstände dagelassen. Da James auch bald weg ist, hatte er mir die Tüte gegeben. Unter anderem ist das Kopfkissen, das ich benutze, auch daher. Und der Loot, der jetzt noch in der Tüte ist, ist der absolute Jackpot. Neben einer großen Schüssel mit Löffel sowie einigen Instant-Ramen ist da ein taiwanesisches Gewürz, das ich schon auf allen möglichen Straßen gerochen habe. Und schließlich darf ich mich als stolzer Besitzer eines Reiskochers bezeichnen!

Geschenk eines unbekannten Freundes: Reiskocher, Schüssel, Löffel, Gewürz, Nudeln, ein Kissen
Dieses lokale Gewürz habe ich schon öfter gerochen

Tatsächlich ist die Situation mit dem Reiskocher heikler, als man im ersten Moment denken würde. Schon letzte Woche habe ich mitbekommen, wie andere Studis gefragt haben, ob sie sich eine Mikrowelle anschaffen können. Anscheinend ist es strengstens verboten, elektronische Küchengeräte in den Zimmern anzuschließen, da der Staff Angst vor möglichen Komplikationen an den Steckdosen hat, die anscheinend nicht für solche Belastungen ausgelegt sind. Darunter fällt wohl auch der Reiskocher. Nutzen werde ich ihn natürlich trotzdem, offensichtlich hat er in diesem Dorm ja bereits funktioniert. Allerdings lagere ich ihn besser unten im Schrank ein, solange er nicht benutzt wird. Meine Mitbewohner freuen sich auch sehr über den Fund und versprechen, nicht darüber zu reden. Sky erzählt sogar, dass er ein Indonesierzimmer kennt, die ebenfalls heimlich einen Reiskocher haben.

Ich finde das so absurd, dass ich Sky spaßeshalber vorschlage, ein geheimes Restaurant zu eröffnen, in dem wir den anderen Studenten Low-Budget-Reis anbieten. In jedem Fall könnten wir frischen Reis billiger verkaufen als die Mensa oder gar der 7/11 vor den Campus-Toren, vielleicht für 10/15$TD pro Portion? Dafür müssten wir unseren Raum allerdings etwas besser herrichten, Mike hat wegen seiner Hausstauballergie zum Glück schon vorgeschlagen, einen Wischmob anzuschaffen. Wir bräuchten außerdem mehr Dekorationen wie Wand-Poster oder kleine Buddha-Statuen. Und wenn wir den Vibe ganz mafiös haben wollen, können wir uns noch ein Poker-Spiel anschaffen, welches wir immer spielen könnten, während wir den illegalen Reis verzehren… Ich merke schon, wie mir ein geordnetes Zimmer noch bessere Laune beschert.

Heute gehe ich zum Mittag aber vorerst nochmal in die Mensa. Der billige Fisch ist aus, aber das Lachsfilet ist noch da. Die Mensafrau weiß wirklich sofort, dass ich der Pescetarier bin, und weist mich direkt darauf hin. Die besondere Beilage heute sind Tofu-Dreiecke in Chilis getunkt, und auf Wunsch bekomme ich die Chilischoten mit dazu.

Der Weg zur Mensa… (hinten links rein)
…und wieder zurück ins Dorm (geradezu)
Mittag für ca. 3€

Weil ich so motiviert bin, entscheide ich mich, auf jeden Fall noch in die Stadt zu fahren. James hat zufällig auch Zeit und er schlägt vor, sich ein Künstlerviertel anzuschauen. Auf dem Weg zum Bus benutze ich wie immer die kostenlosen Campus-Fahrräder. Beim Anhalten springt mir die eine funktionierende Bremse doch wirklich raus. Das Budget der Hochschule schien mir ja sowieso schon niedrig, aber die Fahrräder könnten wirklich mal ein, zwei Upgrades gebrauchen.

Herausgesprungenes Bremskabel am Campusfahrrad

Wir kommen wohl schneller zu diesem Kunst-Viertel, wenn wir einen Fernbus nehmen und genau eine Station fahren. Fehler. Google verrät uns, sodass wir eine Ewigkeit in einer Art taiwanesischem Flixbus-Center warten müssen, bevor es losgehen kann. Immerhin sehen wir auf dem Fußweg dahin ein paar interessante Gebäude und ein großes Werbeplakat für politische Wahlen, auf dem drei konkurrierende Kandidaten abgebildet sind. Das ist auf jeden Fall auch ein Thema, über das ich mich noch informieren will. Zumindest will ich die Partei erkennen können, die für einen Annäherungskurs hin zu Festlandchina steht (die meisten hier reden immer von „Mainland China“, während Taiwan selbst sich „ROC“, „Republic of China“ nennt).

Christlicher Tempel?
Seltenheit: ein ordentlich durchquerbarer Fußweg
Baulücke sinnvoll gefüllt
Der Visualisierung nach nehme ich an: die beiden Kandidaten rechts stehen für Gewalt, der links für Frieden?
Warten im Bus-Center
Come on. Das ist doch quasi Flixbus
Mehr Beinfreiheit allerdings als in deutschen Reisebussen

Wir kommen letztlich an einem Park an, den wir noch durchqueren müssen. Es gibt glücklicherweise eine modellierte Karte (mein Architektenherz schlägt höher), die uns den Weg weist. Wir kommen an einem Hundeareal vorbei, in dem Besitzer ihre Haustiere von der Leine lassen dürfen (anscheinend ist das im Rest der Stadt verboten). Der Eingang des äußeren Bereichs ist mit versetzten Metallgittern ausgeformt, so etwas habe ich noch nie gesehen (vermutlich um Hunde vom Wegrennen abzuhalten). Bei der Gelegenheit erzählt James mir, wie seine Familie in den Südphillipinen dazu kam, 8 Hunde zu haben. Die Geschichte ist so lang, dass ich sie abgesehen vom generellen Erstaunen meinerseits nicht mehr zusammenbekomme.

„Weiwuying Metropolitan Park“ als 3D-Karte
Innerhalb des Gatters raufen und spielen Hunde
Eingang zum Hundepark

Auf der Karte unten links ist ein sehr großes Gebäude zu sehen, das „Center of Art and Culture“. Die bumerangförmige Wiese darüber eröffnet Sichuan auf einmal, und wir bekommen einen schönen Blick auf die Stufen, die das mehrgeschossige Gebäude hinaufführen. Auf besagter Wiese tummeln sich an einer Stelle mehrere ältere Menschen, die mit Motorrädern und Käfigen etwas fehl am Platz wirken. Bei genauerem Blick wird klar: in den Käfigen, auf ihren Schultern und generell überall sind Papageien. Sie fliegen umher, sitzen auf Stangen und machen vor allem eine Menge Krach. Vermutlich kann man bezahlen, um selbst mal einen auf der Schulter sitzen zu haben, darauf verzichte ich aber gerne. Schön sieht es trotzdem aus.

„Center of Art and Culture“
Prachtvolle Papageien
Krach auf der Stange

Beim weiteren Durch-den-Park-Schlendern fällt mir mal wieder auf, wie viel Kunst in diesem Stadtbild existiert und mache begeistert Fotos. Als Street-Art-Künstler kann man hier wohl wirklich noch etwas werden.

Wie kommt man auf sowas?
„Art Village“
In der Parktoilette: die Wahl der Kabine fällt leicht

In diesem Park, aber auch generell in dieser Klimazone gibt es viele Bäume einer Art, deren besondere Charakteristik die vielen einzelnen Stämme und Äste sind, die ineinander verschlingen. James erzählt mir, dass diese Baumart in Thailand auf gewisse Art verehrt wird. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden alte Bäume generell ab einem gewissen Alter mit Schleifen umbunden und als Gebetsstätte genutzt.

Ist das ein riesiger Baum oder sind das ganz ganz viele?

Gerade als die Sonne untergeht, kommen wir an einem höhergelegenen Viewpoint vorbei, den ich auf keinen Fall auslassen darf. Die Sicht ist heute so gut, dass man sogar die Berge im Inland erkennen kann. Auf der anderen Seite des Panoramas ist auch die Kaohsiunger Skyline klar und deutlich als Silhouette im Abendgelb zu sehen.

Man erkennt, woher die Dachform des Kulturzentrums inspiriert ist, oder?
Blick auf den Park und den Horizont mit Bergen
Skyline Kaohsiung
Trotz nervender Mücken wunderschönes Gewässer
Schonmal eine so kleine Bank gesehen?
Schonmal so ein Wachstum gesehen? Erinnert mich persönlich eher an antike Säulenproportionen

Bevor es dunkel wird, wollen wir dann noch zum eigentlichen Ziel kommen, dem „WeiWu Mi Mi Village“. Hier sind ganze Straßenzüge voller Graffiti-Kunst. Jede einzelne Hauswand ist von oben bis unten mit riesigen Motiven versehen, und an jedem Haus werden die jeweiligen Künstler auf Infotafeln ausgewiesen. Auch wenn die Häuser m.E. durch die Metallgitter vor den Balkonen echt einen Mangel an Aufenthaltsqualutät haben, werden sie durch das Graffiti massiv aufgewertet.

Große Bücherwand
Ganze Häuserblöcke besprayt
Oktopus
Welches Tier ist das?
Würdigung der Künstler
Undercover – Stromkasten
Schöne Wegpfeiler und Silhouetten

Nachdem es endgültig dunkel ist und es folglich nichts mehr zu sehen gibt, begeben wir uns vor das Kulturzentrum, wo ein Nachtmarkt aufgebaut ist. Da James und ich beide ohne Trinkflasche unterwegs sind, brauchen wir dringend wieder Flüssigkeit. Auch eine Kleinigkeit zu essen schadet nicht, bei dem imposanten Anblick des bergförmigen Gebäudes, aus dem viele Menschen strömen (vermutlich gab es eine Aufführung im Konzertsaal) und für die wahrscheinlich der Night Market aufgebaut wurde.

Streetfood vor dem Kulturzentrum

Wir haben uns vorgenommen, später noch eine Bar zu besuchen (seit meiner Ankunft in Taiwan bin ich quasi clean und habe auch niemanden irgendwo trinken sehen), diejenige unserer Wahl macht aber erst um 21 Uhr auf, also drehen wir noch eine Runde um das große weiße Gebäude. Die organische Architektur und der reibungslose Übertritt von einer Ebene in die nächste faszinieren mich besonders. Wir stoßen sogar auf ein kostenloses Silent-Cinema-Event

Auf welchem Stockwerk befinde ich mich denn nun?
Silent Cinema. Wie geil

Wir können sogar noch einen kurzen Blick in die Leseecke des Kulturzentrums werfen, bevor es um 20 Uhr schließt. Ich finde die Idee schon wieder so schön, dass man tagsüber einfach zum Lesen oder Entspannen den großen Raum aufsuchen kann. Sogar Massagestühle haben sie hier.

Massagestühle in der Leseecke des Kulturzentrums

Schließlich machen wir uns auf den Weg zur Bar. Auf dem Weg sehen wir bereits einige andere Kneipen, die allerdings mindestens zur Hälfte ohne Gäste sind. Klar ist es Sonntag Abend, aber in Städten wie Berlin würde man trotzdem genug Kunden finden. Die Bar „La Face“ sieht als eine von ganz wenigen sogar sehr ansprechend aus, sobald wir eintreten, werden wir freundlich vom asiatischen Kellner begrüßt und man sieht direkt, dass hier auch Europäer/Amerikaner verkehren. Alles perfekt? Nein, auf den Bildschirmen läuft das aktuelle Formel-1-Rennen. Sorry, aber das ist für mich ein No-Go. Ich kann mich auf keinen Fall spoilern lassen, ich hänge sowieso schon zwei Rennen hinterher, und will die in den nächsten Tagen unbedingt noch nachgucken. In dem Fall muss ich der Spielverderber sein. Nach etwas Suchen in den Straßen dieses Viertels, das im Gegensatz zum Rest der Stadt wirklich ein bisschen asozialer wirkt (wenn man das überhaupt so sagen kann) finden wir schließlich ein Heineken-Restaurant. Das Bier aus der Flasche fasst hier lustigerweise 0,6 Liter. Dazu bestellen wir noch ein Reis- und ein Nudelgericht. In Kontakt mit anderen Leuten kommt man hier eher nicht, es gibt keinen Tresen und die Einheimischen, die die einzigen anderen Gäste sind, wirken eher wie eine Familie, die nicht gestört werden will.

Die Straßen hier wirken definitiv unpersönlicher als im Rest der Stadt
Interessantes Lokal nebenan
Endlich mal wieder ein Bier

James und ich tauschen uns über die kulinarischen Spezialitäten sowohl der Phillipinen als auch Deutschlands aus, ich merke mir ein paar seiner Empfehlungen, sollte ich mal in die Phillipinen reisen. Auch ein paar besondere Inseln und Strände save ich mir ab.

James hatte bereits vor ein paar Tagen vorgeschlagen, nächstes Wochenende an den Sun-Moon-Lake in der Mitte des Landes zu fahren, und wir kümmern uns schonmal um die Züge und Unterkunft.

Später bekommen wir gerade noch den letzten Bus. Auf dem Rückweg ins Dorm laufe ich und telefoniere mit meiner Familie, bei der gerade Abendessenszeit ist, und komme ziemlich müde ins Bett. Ich bin sehr gespannt, wie es ab morgen mit den ganzen Kursen weitergeht.

Professionelle Kühlung im Bus

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