Ich starte mal wieder mit einem neuen Gericht. Die Haupttheke der Cafeteria hat am Wochenende geschlossen, dafür hat eine kleinere geöffnet. Längst nicht alle Gerichte der Speisekarte sind verfügbar, also lasse ich mir (nach einem Pfannkuchen zum Frühstück) eine Überraschung servieren, mit der Bedingung „no meat please“. Und tada, sitze ich vor einer Reis-Curry-Bowl mit gesundem Gemüse.

Gerade bevor der Taifun kommt, will ich unbedingt in die Stadt und noch etwas erleben, da fragt Sidd, ob ich mit ihm in ein indisches Restaurant gehen will. Für neues Essen bin ich immer zu haben, wir fahren also nach Nanzih, wo er mir einen kleinen Laden zeigt. Für ihn ist es ob seiner kranken Arbeitszeiten erst das Frühstück, für mich die dritte Mahlzeit in drei Stunden.


Es sind zwar nicht die Speisen, die Sidd aus Indien kennt, als Vegetarier fühlt er sich dennoch gut aufgehoben. Ich bestelle mir ein herzhaftes Porridge (80$TD), welches stark nach Mais schmeckt und mit Chili gewürzt dazugewinnt. Sidds Eiernudeln sind aber noch eine Klasse für sich, die haben eine nahezu perfekte Konsistenz.

Wir sprechen viel über mögliche Ausflugsziele in Taiwan und überlegen, nächstes Wochenende gemeinsam nach Kenting ganz im Süden zu fahren. Dort soll es schöne Strände mit noch schönerem Wasser geben, außerdem ist der ganze Südzipfel ein Nationalpark, in dem es bestimmt viel zu entdecken gibt.
Danach geht’s für mich weiter in die Stadt, ich nehme wieder den Local Train.

An der Kahosiung Main Station steht ein Orgelturm, auf dem für eine Reisegruppe Musik abgespielt wird. Eindrucksvoll, in dieser großen Halle.
Draußen auf der Hauptstraße fällt mir die bemalte Straße auf. Eine blau gekennzeichnete Spur zeigt wohl eine Vorfahrtsroute oder eine bestimmte Richtung an.

Da meine YouBike-App seit ein paar Tagen spinnt, muss ich das Service-Center aufsuchen. Dort wird gutes Englisch beherrscht; sie können mir zwar nicht helfen, meine Kreditkarte wieder zu benutzen, aber meine EasyCard funktioniert wenigstens.
Auf der Suche nach einer Powerbank durchstöbere ich ein ganzes Viertel an Elektronikgeschäften mit sehr unterschiedlichen Preisklassen. Schließlich werde ich in einem lokalen Elektronik-Store fündig, nachdem die Mediamarkt- und Saturn-Äquivalente deutlich zu teuer waren. Für 30€ bekomme ich eine magnetische MagSafe-Powerbank mit 10.000mAh und 20W Ladegeschwindigkeit.

Danach laufe ich ziellos durch die Gegend, entscheide mich an einer Art Park dann, zu zeichnen. Als Motiv habe ich die Skyline am Parkrand mit besonderem Fokus auf einen riesigen Turm (den Google als Wohnburg klassifiziert) gewählt. Ich muss aufhören, als es anfängt zu tröpfeln, und beschließe, zum Sonnenuntergang nochmal an den Hafen zu fahren.


Diesmal will ich einen Sonnenuntergangsspot (der laut Google so heißt) auschecken. Dafür laufe ich eine ganze Weile, bis ich schließlich ein Universitätsgelände betrete, das aber für die Allgemeinheit zugänglich scheint. Aus dem Sonnenuntergang wird leider nichts wegen zu vieler Wolken, für die frische Brise vom Meer hat es sich trotzdem gelohnt, bilde ich mir ein. Viele Leute halten sich an der Mole auf, wobei die meisten auf den Einbruch der Nacht warten, um ihre Angeln auszuwerfen.


Ich trete sodann den Rückweg an, hole mir noch ein Eis und steige in die Metro, denn morgen will ich früher aufstehen, um mir eine Insel anzuschauen.


Einen kurzen Stopp mache ich noch im Kaufhaus in Zuoying, wo ich mir eine Sporthose kaufe und durch die Läden schlendere.
Auch wenn ich den ganzen Tag unterwegs war, fühle ich mich irgendwie nicht besonders gut. Vielleicht ist das der Part am Alleinreisen, den ich noch lernen muss: Dass mal nichts Besonderes passiert, man keine neue Menschen kennenlernt, ist ja auch normal.
Vor dem Schlafgehen spiele ich mit Sky ein paar Runden CR, das muntert mich auf.
Hinterlasse einen Kommentar