Sky ist immer noch krank und hustet sich die Seele aus dem Leib. Zum Arzt will er aber erst gehen, wenn es ihm in drei Tagen weiterhin so schlecht geht. Zu lazy? Keine Ahnung, aber gute Besserung.
In der Mensa versammeln sich einige bekannte Gesichter am selben Tisch. Sidd, mit dem ich unbedingt den Taipeitrip planen muss, André und Sascha hocken bereits dort. Dass ich meine Kreditkarte erneut verloren habe, hat bereits die Runde gemacht, ärgern kann man mich damit aber nicht. Julia und ihr Freund Xandro lassen sich ebenfalls mal wieder blicken, long time no see. Naturgemäß drehen sich die Lehrergespräche um Studis und den Unterricht. Sascha lässt seine fortgeschrittenen Schüler Lebensläufe schreiben, etwas, das sie weder in der Schule noch woanders an der Uni gelernt haben. Dabei muss man doch auch in Taiwan davon ausgehen, bei Jobgesprächen ein derartiges Dokument dabeihaben zu müssen. Naja, dank Lehrer Sascha können sie es ja bald. Julia und Xandro fragen mich einiges über das Dorm, weil ich dort die nächste Erfahrung an den Studierenden habe. Ihre Schüler würden ihr montags immer erzählen, am Wochenende nichts gemacht zu haben, sagt Julia. Zuerst sei sie davon ausgegangen, dass es sich um Ausreden handelt, um nichts ‚peinliches‘ zu sagen, aber vermutlich wird sie nicht einmal angelogen. Auch Sascha erzählen seine Klassen, dass ihre Hobbys unter anderem Zocken beinhalten. Sidd und ich, die wahrscheinlich motiviertesten Dorm-Bewohner (was nicht viel bedeutet), können das genau so bestätigen. Auch in Sidds Raum A205 leben drei Indonesier, die den ganzen Tag am Laptop sitzen und zocken, einer davon oft bis drei Uhr nachts. Moment mal! Darren zockt auch immer bis ungefähr so lange. So oder so, wenn sie nicht gerade am Laptop sind, doomscrollen sie oder liegen so lange im Bett, bis es wieder Zeit für den Bildschirm ist. Dass keine Feierkultur herrscht, scheint das Wiener Pärchen kaum glauben zu können, und vielleicht gibt es auch eine, allerdings hat das Dorm damit nichts zu tun und die Internationals sind daran auch nicht beteiligt. Julia erzählt, dass sie am 5. Dezember ins „OTO Basho“ gehen wollen, dem einzigen Technoclub in Kaohsiung. Leider findet am Tag darauf der große Campuswettkampf statt, schwierig. Letztens hat es sogar mal einen Rave gegeben, auf einem verlassenen Fabrikgelände im Wald. Allerdings sei die Polizei nach zehn Minuten gekommen und habe die Veranstaltung aufgelöst, woraufhin alle zum Hafen gezogen sind und dort weiter feiern konnten. Die Vermutung ist, dass es dabei um Drogenkontrolle ging, was hier wirklich streng geahndet wird. Auf dem Rave war anscheinend auch ein Typ, der locker erzählt hat, wegen Marihuanakonsums mal ein Jahr im Gefängnis gesessen zu haben. Als Zwanzigjähriger! Erschreckend, aber das ganze Gespräch schon lenkt mich der Wiener Akzent von beiden so stark ab, dass kein Thema allzu ernst klingt. Innerlich schmunzelnd denke ich an Memes von reichen Österreichern, die sich über dieses und jenes aufregen. Man kann ja auch mal ein halbes Jahr ohne Drogen klarkommen, da stimmen wir überein. Für Taipei empfiehlt Julia mir, in den „Pawnshop“ zu gehen, wobei sie zuletzt das Gefühl hatte, dass der Andrang zu groß für die kleine Tanzfläche war.
Ich warne die Tischgruppe rechtzeitig, dass heute Sebastians Geburtstag ist. Zu seinem Glück (und meinem Unglück) stimmt André kein unangenehmes Ständchen an, wie ich es kurz für möglich gehalten habe, als das Geburtstagskind ankommt. Die Aufmerksamkeit ist ihm offensichtlich nicht ganz geheuer, aber er bedankt sich artig für die Glückwünsche und erklärt, nicht groß zu feiern. Stattdessen gibt es später ein gechilltes Abendessen (mit Anna) und das reicht dann auch. Also lag ich mit meinem Instinkt richtig, kein Geschenk zu besorgen, das wäre wahrscheinlich auch zu viel gewesen, nachdem die beiden auch Annas Geburtstag nicht zu ausgiebig gefeiert hatten. Nicht dass ich etwas parat gehabt hätte übrigens, mir ist das auch erst gestern Abend eingefallen.
Kurz schneiden wir auch ein heikles Thema an, das in der von André eröffneten „MaleineGruppefüralle“-Gruppe heute früh die Runde gemacht hat. Thomas hat „zur Aufheiterung“ Bilder eines Skandals aus 2017 reingeschickt. Damals hat sich eine private Hochschule im Norden Taiwans erlaubt, den deutschen Nationalsozialismus als Gag zu kopieren. So waren vor Weihnachten Unmengen an Studenten in Naziuniformen mit selbstgebauten Panzern umhergezogen, eine „mock Nazi rally“, wie dieser Zeitungsartikel erklärt.


Taiwanesen-Nazis sind mir dann erstmal genug, ich bin froh, als Financial English losgeht. Sebastian leiht sich für die Stunde vorsorglich meine Powerbank aus und setzt sich nach ganz außen, denn dort ist es „am unhöflichsten, die ganze Zeit am Handy zu sein.“ Gut gesprochen, erfrischende Ehrlichkeit, Tracys Unterricht eignet sich tatsächlich hervorragend für Ablenkung. Fabian fügt mich netterweise in die Line-Gruppe vom Pickleball, die knapp 160 Mitglieder hat und für Platzanmeldungen benutzt wird. Nach meinen Wettkämpfen könnte dieser Sport für mich wichtiger werden, aber diese Woche muss ich meine Füße mal ganz dezent schonen. Nicht nur haben die Runden gestern ordentlich reingehauen, auch meine neuen Schuhe tragen massiv dazu bei, die Schmerzen zu erhöhen. Ich muss sie sogar ausziehen und stelle fest, dass die Schnürsenkel sehr ungewöhnlich gesteckt sind, durch die Anordnung wird mir fast schon das Blut abgeschnürt. Ich weiß, das klingt total komisch und dumm, aber es fühlt sich deutlich besser an, nachdem ich die Polyesterschnüre anders arrangiere.
Der anschließende Unterrichts-Dreifachblock ist ein wahrer Fiebertraum, dessen didaktische Leitung keinen roten Faden erkennen lässt und vielmehr zum Plaudern der Lehrerin auswächst. Zuerst will sie wissen, wie die Feiertage rund um das Neujahr in Europa geregelt sind, da die chinesischen Kulturen an ihrem eigenen Neujahrfest rund sieben Tage frei bekommen. Es überrascht wohl, dass Deutschland nur den 1. Januar und 24.-26. Dezember hergibt, dazwischen muss gearbeitet werden. Dass am 31. manchmal halbtags frei ist, je nach Arbeitgeber, checkt sie nicht so richtig, schreibt groß den 2. Januar an die Tafel. Grundsätzlich ist nicht nur ihr Englisch ziemlich schlecht, sie hat auch offensichtlich Probleme, dasjenige der Schüler zu verstehen. Dabei spricht sie immer äußerst laut in das verstärkte Mikrofon, vielleicht ein Hinweis, dass wir es ihr gleichtun sollten.
Inhaltlich beginnt das Ganze wohl mit True-or-False-Fragen, die ihrem Schriftbild zufolge aber anders heißen müssten. Kleine Schreibfehler können natürlich jedem passieren, auch ich werde schon einen gemacht haben. Aber genau dieser passiert gefühlt jede Woche, in der ich den Unterricht besuche.

Bevor die Ergebnisse von je einem Gruppenmitglied angeschrieben werden (ich als Stenograph dieser unterhaltsamen Sitzung lehne mich entspannt zurück), soll man sich die Liste an Aussagen durchlesen, um die es geht. Es geht um die WTO und ein paar basic facts. Dass die Europäische Union Mitglied ist, markiert Tracy als falsch (ihrer Meinung nach sind es nur die einzelnen Mitgliedsstaaten), was allen voran Kaan nicht durchgehen lassen will. Es steht Aussage gegen Aussage und alle fangen an zu googeln. Tatsächlich ist die EU Mitglied, und nicht erst seit Kurzem. „Since when is it?“ fragt sie. „1995, 1. January.“, womit sie Gründungsmitglied sein dürfte. „Okay, your idea is maybe true.“ Maybe? „I think, article is maybe old.“ Interessanter Artikel. Sie korrigiert dann jedenfalls, gesteht sich den Fehler ein. „Student! EU is member of WTO. Do you understand?“ Ich hoffe, sie hat es verstanden.

Für die Beantwortung der Fragen mit „T“s und „F“s am Whiteboard vergibt Tracy wieder Punkte wie kleine Leckerlies. Sebastian fällt ein Stein vom Herzen, dass seine WTO-Antwort richtig gewertet wird. Es gibt ja sonst so wenig Punkte zu verdienen.
Nach vielen Sätzen fällt ein „Thank you!“, als wenn es eine Performance gegeben hätte, für die geklatscht werden soll. „Today, we talk about prices.“ Warum auch immer, soll es unbedingt um Starbucks Stores gehen. Die Schüler sollen recherchieren, und wir stellen fest: 181 Läden in Deutschland (nur?), derer 43 in Österreich, und ganze 571 in Taiwan. Fast schon stolz ist das ihre Einleitung in die heutige Vertiefung über Café-Produkte und Marketing. „Taiwan people… love drinking coffee, maybe more than European people.“ Jeder bekommt einen linierten A3-Zettel und soll aufschreiben, ob er schonmal bei Starbucks war und wenn ja, welches Getränk haben wir getrunken? Es gibt noch weitere Fragen, aber bei ihnen mache ich von meinem Keine-Credits-Joker Gebrauch, lehne mich weit zurück in die angenehmen Bürostühle. Nach einer Pause schauen wir alle zusammen auf den Beamer, an den die Starbucks-Website projiziert wird. Zuerst liest sie die Namen von einigen Milchshakes vor, die alle außergewöhnlich lang sind und eine echte phonetische Challenge sind. Warum muss ein Produkt eigentlich „Iced Black Cherry Matcha Soy Milk Latte“ heißen? Vielleicht, damit man Matcha wie Motcha ausspricht. Ich weiß, wie asozial es ist, sich über schlechte Aussprache lustig zu machen, aber immerhin wird dieser Kurs offiziell auf Englisch unterrichtet, außerdem soll sie es ja auch nicht erfahren. Jeder Student und jede Student wird einzeln aufgerufen, sein oder ihr Lieblingsgetränk anzusagen, welches sie dann immer googelt und den Namen vorliest, was bei längeren Namen umso witziger ist: „Oh, my favorite drink is the ‚Chocolate Cream Java Chip Frappuccino Blended Beverage‘“ und so weiter.
Eine ganze Weile später redet Tracy über die trotz der starken Nachfrage steigenden Kosten für das Betreiben von Franchises. Dazu ruft sie den Google-Währungsumrechner auf und gibt eine siebenstellige Zahl an Taiwan-Dollar ein. „137.000€ you have to spend to buy a McDonalds!“ Ob es sich um Lizenzgebühren oder Ladenmiete oder etwas anderes handelt, wird mir nicht klar. Weiterhin geht es um die Verkaufsstrategien hinter den Unternehmen. Im Preisvergleich ist laut Whiteboard 7/11 am günstigsten, gefolgt von FamilyMart und OKMart, während Hi-Life am teuersten ist. Stimmt, macht Sinn, dem Namen zufolge. Starbucks bietet seit geraumer Zeit ebenfalls Essen an, um im Wettbewerb mithalten zu können. „This is their opportunity coast. You understand? Student!“ Es gibt auf jeden Fall viele „yummy“ Produkte. Am liebsten isst Tracy das „Chicken Soup Flavored Bread“. Sie bemerkt Sebastians kritischen Blick und verteidigt sich: „It sounds strange, but in the bread is the soup. Is delicious!“ Außerdem, dazu ruft sie ein passendes Bild auf: „All of my student say this one: chocolate cake! Is the yummiest!! You can smell the chocolate.“ Was sie besonders aufregt: „Originally Starbucks had the idea, sell Sushi. But they deleted this idea from the head. Oh my god!“ schreit sie fast schon und gibt sich einen face palm, lehnt sich dabei nach hinten. „Horrible“.
Themenwechsel, jetzt soll es um Modelabel gehen. Zum visuellen Unterstreichen ihrer Worte googelt sie wieder Bilder, große Logos von Louis Vuitton erscheinen auf der Leinwand. „Luis Wattn“, ruft sie, wer kennts? Ein paar brauchen tatsächlich kurz, um zu schnallen. „Is it popular in Europe?“ Auf jeden Fall, kommt das Feedback der deutschsprachigen Delegation zurück. Sie spricht das typisch braune Design an, das übrigens auch meine zum Hauptportemonnaie gewordene Ersatz-Fake-Brieftasche aufweist. Heutzutage gibt es aber mehr und neue Farben, „they try to make colorful colors“. Gemeinsam schauen wir auf die Website, auf die verschiedenen Produkte, „for men… and for girls. For girl, they try to make soo cute design.“ Dabei zeigt Tracy ihre Zuneigung für die Fellapplikationen an den Damenhandtaschen. „Student! Do you know the Titanic?“ Yes, die kennen wir. „It’s a ship. It went:“ sie macht mit ihrem Arm eine schräge Bewegung nach unten, „Buuuuh“. Lustige Verniedlichung, aber Recht hat sie. „There is a Luis Wattn advertise story on the YouTube“. Anscheinend ist das Modelabel um den Faktor 10, jedenfalls recht ordentlich gewachsen, nachdem sie ein Werbevideo gemacht haben, in dem ein jahrhundertealter LV-Koffer von Tauchern geborgen wurde, der wasserdicht geblieben ist und unzählige wertvolle Briefe und Dokumente enthielt. „It’s a true story!“, als würden wir ihr das nicht glauben. Angeblich beruht der ganze Erfolg angeblich nur auf dieser Geschichte.
Bevor die Stunde endet, redet die Lehrerin über Temperaturen und erwähnt so nebenbei, dass sie in New York gelebt/studiert hat. Da Kaan dort auch schon im Auslandssemester war, will er ihre Uni wissen. Na gut, nicht ganz New York, aber sie hat an der „Washington International University“ studiert. Das muss ich mir unbedingt notieren, irgendwann komme ich bestimmt nochmal an den Punkt, an dem ich mich frage, wo und ob sie überhaupt studiert hat, dann kann ich das genauer recherchieren.
Meine Beine machen wegen der Schuhe so sehr zu, dass ich das Training für heute absagen muss. An sich nicht schlimm, denn Muskelkater vom Samstag habe ich sowieso noch, aber heute wäre die einzige Gelegenheit gewesen, einen Hochsprunganlauf auszumessen. Jetzt wird das am Mittwoch wieder so ein Himmelfahrtskommando, darauf habe ich eigentlich wenig Lust. Immerhin fühle ich mich beim Springen selbst halbwegs sicher, also mal schauen. Auf dem Weg zurück ins Dorm besorge ich beim 7/11 des Campus lebensnotwendiges Klopapier, das ich zuletzt schon mit wertvollen europäischen Taschentüchern kompensieren musste, und Kontaktlinsenflüssigkeit, wegen deren Fehlen ich meine Monatslinsen gestern wegschmeißen musste. Immerhin waren sie sowieso längst überfällig. Schon interessant, wie faul man wird, wenn die Lösung für das Problem so nah an einem dran ist. Dazu gibt es bestimmt eine philosophische oder psychologische Theorie.
Am frühen Abend telefoniere ich nach Ewigkeiten mal wieder mit meiner Mutter, und zum ersten Mal führe ich ein Telefonat nach Deutschland bei Tageslicht. So kann ich ihr ein wenig vom Campus zeigen, inklusive warmfarbigem Himmel nach Sonnenuntergang. Mit Sidd gehe ich um 18 Uhr ebenfalls nach Ewigkeiten mal wieder in das ortsansässige Gym, das halbwegs leer ist. Da der Junge, oder soll ich indische Kraftmaschine sagen, mit wenigen Ausnahmen jeden Tag des Semesters trainiert, hat er ordentlich aufgebaut und es gibt kaum noch Übungen, in denen ich ihn outperforme. Es sei ihm gegönnt, Fleiß zahlt sich aus. Es ist eine tolle Alternative zum Leichtathletik, wo ich vermutlich keine leichte Zeit hätte, muskulär und sozial, endlich mal wieder richtig auspowern. Dabei bin ich trotzdem vorsichtig, ohne Gymrhythmus sollte ich nicht einfach so die ganz schweren Gewichte nehmen. Eine etwas ältere Taiwanesin, die zuvor auf einem Laufband war, bannt Sidd für ein paar Minuten ins Gespräch. Ich winke ihr zu und sage Hallo, aber das war ein Fehler. Sidd sagt „she speaks German“ und lässt mich mit ihr allein. Sie ist Deutschlehrerin, auch wenn mir das Zuhören akustisch schwerfällt, und kennt die anderen Deutschlehrer allesamt. Sie fragt nach meiner deutschen Uni, meinem Fachbereich und erzählt dann ausführlich von ihrer eigenen Recherche zu irgendeiner wissenschaftlichen Arbeit, von der sie noch nicht weiß, worum es gehen soll, außer dass sie mehrere Länder wie Indien, Indonesien dafür bereisen will. Außerdem sucht sie eine wissenschaftliche Hilfe für das Projekt. Den nächsten Fehler mache ich, als ich zugebe, dass die Sprachbarriere hierzulande ein kleines Problemchen darstellt, denn ihr fällt natürlich sofort irgendjemand ein, der Deutsch lernen will und rennt zu ihrem Handy. Von solchen Angeboten halte ich lieber Abstand, Anna hat diesbezüglich schon schlechte Erfahrungen gemacht (kurzgefasst wollen alle Deutsch lernen, aber niemand will Chinesisch beibringen). Außerdem haben mir schon andere Leute wie Jessie aus Taichung oder Tiger aus Thailand ihre Hilfe angeboten. Ob das dann auch was wird und halbwegs effektiv ist, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Glücklerweise hat die gute Frau nur ein „falsches“ Handy dabei, sie geht zurück ich kann mich endlich wieder den Maschinen zuwenden. Sidd bemerkt trocken, „she speaks a lot.“ Sie komme jeden Tag und belagere ihn beim Trainieren. Auch Mike, der mittlerweile täglich trainiert (heute aber fehlt), hat sich an ihr die Zähne ausgebissen. Hilfsbereit wie er ist, ist er nicht wie ich ab einem gewissen Punkt auditiv ausgestiegen, sondern hat ihr helfen wollen, sich für zu bereisende Länder zu entscheiden. Sein Lieblingsvorschlag Vietnam wurde aber abgeschmettert, denn das sei ja ein kommunistischer Staat. Wer dort etwas mache, was die Regierung nicht erlaubt, könne einfach so ins Gefängnis gesteckt werden. Das nennt sich normalerweise Gesetz. Sidd lacht sich einen ab („What, I can’t just murder some people??“), es klingt schon wirklich lustig. Auch wenn ich mir denken kann, dass damit vermutlich auf die Willkür des Staates angespielt wurde. Über das restliche Training hinweg werden wir nicht gerade unauffällig beobachtet, naja. Wat willste machen.
Später am Abend wollen Sidd und ich eigentlich den Taipei-Trip buchen, denn er hat früher freibekommen, sodass wir statt Samstag schon am Donnerstag losfahren können. Allerdings gibt es ein wichtiges Telefonat mit seiner Familie, wir verschieben die Planung.
Der Vollständigkeit halber: Sky geht es besser, nachdem er sich heute mal bewegt und sein Loch verlassen hat. Den Fitnesstest seines Sportkurses morgen will er aber ausfallen lassen. Dessen Beschreibung passt sehr genau auf den Pieptest, bei dem man von einer zur anderen Linie rennen muss und die dafür zur Verfügung stehende Zeit immer kürzer wird. Mit dem kleinen Unterschied, dass keine CD oder Audio die Pieptöne angibt, sondern der Lehrer selbst. Analoge Welt.
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