Es läuft bereits die vorletzte Stunde „Supply Chain Managment“, übernächste Woche gibt es dann nur die Klausur, die ich bestimmt nicht besuchen werde. Professor Kune-muh Tsai, wie ihn der offizielle Internetauftritt der NKUST nennt, hält seine Stunde über Aufgabenverteilungen in Unternehmen und dass sich die Zuständigkeiten ändern, je höher man aufsteigt. So gehören management und sustainability zu den Aufgaben für die höheren Posten. Gegen Fabian gewinne ich ein paar Clash-Royale-Runden (3:1 Games), deshalb bekomme ich sonst nicht allzu viel mit. Allerdings genug, um zu hören, dass Herr Tsai bezweifelt, dass Russland „will do a invasion in Europe“. Abgesehen davon, dass genau das seit vier Jahren genau so passiert, kann man diese Formulierung sehr unterschiedlich auslegen. Bestimmt marschiert Russland nicht gerade bald in Portugal ein, aber das Wesen russischer Territorialerweiterungen liegt ja auch in dem schrittweisen Aufweichen von roten Linien und der schrittweisen Eroberung einzelner Gebiete, wie die letzten zwei Jahrzehnte hoffentlich klar gezeigt haben. Kaan widerspricht zum Glück sofort („I think in 2029 they will“) und erklärt, dass wir deshalb unsere Armee aufrüsten, nicht ohne einen side roast: „How many soldiers do they [Germany, Anm.d.R.] have now?“ „Maybe not even 10.000“, antwortet Kaan.
Abgesehen davon geht es um Armutsraten überall auf der Welt. Taiwan lobt Professor Tsai in höchsten Tönen, weil diese bei nur knapp 2% liegt, während Südkorea oder Deutschland bei 15, 16% rumtaumeln. Ich führe das mal ohne weitere Recherche auf die vielen Alibijobs wie bspw. die massenhaften Verkehrspolizisten trotz funktionierender Ampeln zurück. Klar rettet das vor der unteren Armutsgrenze, aber ob es die perfekte Lösung ist, allen Arbeitslosen bezahlte Beschäftigungstherapie anzubieten, stelle ich infrage. Des Weiteren schwärmt er vom taiwanesischen Gesundheitssystem und empfiehlt, einfach mal in ein Krankenhaus zu gehen und irgendwas vorzutäuschen, um die „experience“ zu haben. Als einziger melde ich mich, bereits Erfahrungen mit dem hiesigen Gesundheitssystem gemacht zu haben. „It is cheap, right?“ Breites Grinsen. „Yes.“ Ich bringe es aber nicht über mich, die Qualität der Behandlung anzukreiden, die natürlich genauso essentiell ist. Ich gehe immer noch lieber in Deutschland zum Arzt, selbst wenn dafür hohe Kassenbeiträge fällig werden. Immerhin sind die USA der wahre Sündenbock. „In Germany I got allergic after the Covid-vaccine, so I had to pay 80€ for the treatment. For me it was okay“, gibt Herr Tsai an. „In the US, I would have to add at least one zero“, alle lachen.
Am Mittag bekommen wir mal wieder eine Durchsage durch die leicht übersteuerten Dorm-Lautsprecher. Es geht wohl um Motorräder, die falsch geparkt wurden.
Am Nachmittag will ich mich eigentlich mit Hasan zur Planung unserer Wanderung nächster Woche treffen. Aber Ihsan teilt uns mit, dass er morgen schon nach Deutschland zurückfliegt, weshalb wir ihn im „SKM Park“ verabschieden und gemeinsam Go-Kart fahren wollen. Also treffe ich Hasan am Metropolitan Park, nach dem Diwali Festival sehe ich ihn zum zweiten Mal überhaupt. Rauchend wartet er in einem blauen Trikot mit „Japan“-Aufschrift vor der Station. Ähnlich wie bei Ihsan, aber doch in ganz anderer Art klingen seine türkischen Wurzeln beim Sprechen durch. „Boaaah“, „Schwööre“, „Altaa“ und auch das schwäbische „Gä(ll)“ (mit stillem L) mischen sich in den Sprachgebrauch des Ulmer Jungen. In „sch“ verwandelte „ch“ kommen aber kaum vor.
Und er hat gleich ein paar Storys parat. Am Tag nach dem Diwali hat er durch „Jaywalking“, also der Straßenüberquerung abseits von Ampeln und Zebrastreifen, einen Unfall verursacht, bei dem eine Motorradfahrerin ihn gestreift und sich anschließend hingelegt hat. Die billige Auslandsversicherung übernimmt nur Anteile, weshalb immer noch 80.000$TD (knapp 3.000€) auf ihn zurückfallen. Dabei hat die Verletzte, die ohne Bremsverhalten auf ihn zugefahren ist, obwohl sie angeblich die Zeit gehabt hätte, neben einem Totalschaden auch Lohnausfall und Schmerzensgeld für eine Menge Schürfwunden geltend gemacht. Die hiesige Versicherung sei schon nervös, dass er das Land verlässt und wollte eine private Erklärung unterschreiben lassen, aber das macht er nicht mit sich. Außerdem hat er auf der anderen Seite Stress, das Land verlassen zu müssen, denn sein Praktikum endet am 31. Dezember, was auch eine auf diesen Tag datierte Ausreise nach sich zieht. Kurz aus- und wieder einreisen funktioniert bei Hasan im Gegensatz zu vielen anderen nicht, denn er ist nur türkischer Staatsbürger (trotz Geburt in Deutschland) und wartet seit über einem Jahr auf seine Einbürgerung. Türken benötigen allerdings Visa, weshalb er das diesjährige Neujahr wohl im Flugzeug nach Istanbul verbringen wird. Wenigstens kann er dann in der türkischen Metropole Fladenbrot und Gemüse genießen, das er genau wie Ihsan so vermisst.
An der Caoya Station treffen wir auf Kaan, der sich mittlerweile ebenfalls entschieden hat, an Weihnachten nach Deutschland zu fliegen. Mit ihm erkunden wir den ziemlich leeren „SKM Park“. Natürlich ist es nur Mittwoch Nachmittag, aber immerhin versammeln sich ein paar Kleinkindfamilien an dem einsam aufgestellten Weihnachtsbaum und feiern die künstlich verschneiten Schneeflocken. Ich weiche lieber aus, die Konsistenz der Fabrikpartikel erinnert mich an Melanin-Schaum, der ich nicht einzuatmen präferiere.


Die Hauptattraktion ist klar die Go-Kart-Strecke, die sich auf 600 Meter Länge erstreckt, „Suzuka Curcuit Park“ heißt und die japanische Formel-1-Strecke nachbildet. Wenigstens eine Handvoll Leute sind dort, andere Fahrgeschäfte bleiben leer. Auch Ihsan, Muskan, Vanessa und Bobby, ein taiwanesischer Mitstudent des Verabschiedeten sind gekommen. Acht Minuten auf der Strecke kosten aber schon 550$TD plus 100$TD Einweisung (insgesamt also knapp 18€), deshalb nehmen nur Kaan, Ihsan, Hasan und ich teil, gemeinsam mit anderen Taiwanesen. Die restliche Gruppe spielt Cheerleader und feiert von der Tribüne an. Ihsan, den ich jetzt auch schon länger nicht gesehen habe, lobt meine gebrannte Haut: „Du bist auch bisschen Kanake geworden, was? Sieht gut aus, Mensch!“ Das nehme ich als sehr herzliches Kompliment.
Die races fangen aber nur zu schön lesbaren Uhrzeiten an, weshalb erstmal an den Tischen gegammelt wird. Ich sitze bei Kaan, Ihsan und Bobby. Letzterer spricht für taiwanesische Verhältnisse sehr gutes Englisch und macht einen vorbildlichen Eindruck. Er ist gut angezogen, schwarz-weiß minimalistisch karierter Mantel, Guter-Enkel-Frisur und eine zum Gesicht passende Brille. Jedem wird zugehört, alle werden berücksichtigt. Nur ein schlechter Zahn stört das Gesamtbild. Er hat wohl vor, ins Ausland an die Innsbrucker Uni zu gehen, an der Kaan, Fabian und Phillip studieren. Allerdings wird das nicht so einfach, fühlt Kaan sich verpflichtet, ihn darauf hinzuweisen. Einer der Kurse, die Bobby belegen will, habe eine extrem hohe Durchfallquote, selbst mit Zweitversuch bestehen ihn nur die wenigsten. Generell sei das deutschsprachige Bildungssystem nicht so easypeasy wie das hiesige, da stimmt auch Ihsan zu. „In Germany, you have to learn, you can not just chill.“ Sie belehren ihn auch mit konkreten Tipps: „Your presentation has to look professional“, AI könne man nur bedingt nutzen. Ihsan sagt lachend: „The professor would throw me out of the window if I would chill like I am doing here.“ Ein bisschen schäme ich mich, weil es so von oben herab klingt, aber im Grunde haben die beiden ziemlich Recht und Bobby scheint es zum Glück auch nicht böse zu verstehen. Vielmehr wundert er sich, warum er die Aufgaben denn nicht mit KI erledigen könne. Klingt, als wäre es von vornherein sein Plan gewesen. Das verstehe, wer will.
Die Einweisung dann besteht nur aus einem Erklärfilm und „Do you have any questions?“ vonseiten des Angestellten. Die Fahrzeuge werden mit Benzin betrieben, knattern also ordentlich und kommen durchaus auf höhere Geschwindigkeiten, sodass Sicherheit groß geschrieben wird. Vorsichtiges Fahren wird detailliert erklärt, wer gefährliches Racing betreibt, wird runtergenommen.

Mit Helm, Handschuhen und ohne Handy darf man ins Kart steigen. Mittlerweile ist es stockdunkel, aber es gibt ausreichende Streckenbeleuchtung. Es geht sofort los und man fühlt sich wirklich wie in einem kleinen Rennwagen. Allerdings muss ich mich (als Einziger ohne Führerschein und Go-Kart-Erfahrung) an das Gefühl gewöhnen. Schnell driftet man in den Kurven und verliert wertvolle Zeit, die Bremspunkte traue ich mich dabei nicht, auszureizen. Die meiste Zeit race ich ohne Gegenspieler, auf den letzten Runden werde ich dann aber zweimal überholt. Wenig überraschend liege ich abgeschlagen ganz hinten, Ihsan hat mit großem Abstand die schnellste Runde hingelegt, auch wenn er zwischendurch einen Crash hatte und sich gedreht hat. Ich bin gleichzeitig frustriert und begeistert, denn die acht Minuten waren viel zu kurz. Wenn man mich eine halbe Stunde fahren lässt, würde ich mich um einige Sekunden verbessern, ganz sicher.

Die gesamte Gruppe diskutiert groß über das Ergebnis, dann ziehen wir los, essen zu gehen. Es ist eines der wenigen Male, dass ich ein richtiges Gruppengefühl erlebe, wir alle kennen uns jetzt ganz gut und sind gemeinsam unterwegs. Am Central Park ist so etwas wie ein Weihnachtsmarkt ohne Essensstände aufgebaut. Reichlich lichtbeschmückte Bäume, dicht reges Treiben auf dem Platz vor der Metrostation und festlich anmutende Musik versuchen, den warmen Temperaturen zu trotzen. Durch den Himmel schweben immer wieder LED-Slingshot-Helikopter, die laut Kaan in der Türkei immer von Syrern vertrieben werden. Sowieso auch in Deutschland, eigentlich seien es immer Syrer. Das türkische Dreiergespann unterhält sich im Wechsel zwischen den Sprachen, wie ich es schon von Ihsan kenne, wenn er nach Berlin telefoniert. Damit fühlen sie sich sehr wohl, Kaan versucht aber immer, für mich zu übersetzen, sehr empathisch. Der hier versprühte Kunstschnee besteht aus Weiß gefärbten Seifenblasen, die ebenso weißen Rauch versprühen, wenn sie platzen. Vor einer extra dafür aufgebauten Fotokulisse mit Kamin und Sessel machen lassen wir ein paar Gruppenbilder schießen; mit Hasans Kamera, die „please only one time“ ausgelöst werden soll.


Richtiges Essen gibt es ein paar Straßen weiter auf einem Night Market, von dem ich nichtmal wusste, dass er existiert. Auf dem Weg dorthin stellt Hasan fest, dass wir das eigentliche Ziel unserer Verabredung, Urlaub zu planen, noch nicht einmal angefangen haben. Ein mir gut bekanntes Phänomen, aber allzu viel müssen wir glücklicherweise nicht besprechen. Dass wir zelten, ist klar, nur eine Tagesaktivität und Ausrüstung müssen wir noch festlegen, da steht einiges im Raum. Irgendwann kann er mir aber nicht mehr zuhören und sagt „Sorry Bro, ich kann grad nur an Kippen denken, bin gleich wieder da.“ Kein Ding, Kaan und ich holen uns schonmal fettige Eierpfannkuchen, die denen aus der Cafeteria sehr ähnlich sind. Die Gewürze sind am Nachtmarkt vielfältiger, aber den vollwertigeren Geschmack gibt es am First Campus.
Anna und Buggi stoßen genau wie Nora, eine Freundin von Vanessa, hinzu. Alle zusammen laufen wir eine Metrostation hoch bis zu einem Veggie-Restaurant nach Bobbys Wahl, das sowohl den Veggies Muskan und mir sowie den bei Fleisch vorsichtigen Muslimen Hasan, Ihsan und Kaan zugute kommt. Wie Hasan treffend beschreibt, gleicht das Lokal im Obergeschoss eines unscheinbaren Hauseingangs einem Schuhkarton; es ist so eng, wie es klingt. Zehn Gäste sind da eine ordentliche Wucht, wir nehmen fast alle Speiseplätze ein. Der einzige Kellner verhaut die Bestellungen leider ein bisschen. Das letzte alkoholfreie Dosenbier haut sogar tatsächlich, nämlich aus Versehen auf den Boden, sodass ich es in einer Art Einmachglas serviert bekomme, das in Berlin-Prenzlauer-Berg bestimmt als modische Extrawurst verkauft würde. Ihsan bekommt einfach gar kein Essen, aber glücklicherweise hat Muskan schon vorgeschlagen, jedes Gericht mit jedem zu teilen. Für Widerspruch bringt niemand den Mut auf, und so teilen wir mit unseren Genossinnen und Genossen.

Ich nutze die Gelegenheit, ein letztes Mal mit Ihsan zu quatschen. Neben dem Vermissen verschiedenster Dinge in der Heimat sagt er mir auch, dass er das Gefühl hatte, in Taiwan seine Gedanken nicht richtig ordnen zu können. Mit mir sollte man das besser nicht vergleichen, denn der Blog nimmt darauf ja starken Einfluss. Aber wichtig ist ja, dass es ihm zuhause wieder besser gehen wird. Seine Pläne für die nächste Zeit (schließlich hatte er ursprünglich auch bis März geplant und dürfte erstmal nichts vorhaben)? „Erstmal chillen! Ich hab so viel gesehen auch.“ Das stimmt. Danach vielleicht ein, zwei kleine Trips, bestimmt nicht alleine. Ansonsten will er sich um den Master kümmern und anderes ergibt sich garantiert. Die Entscheidung für den stark vorzeitigen Rückflug sei spontan nach einem Telefonat mit den Eltern gefallen. Ich kann mir gut vorstellen, wie bei ihm das Heimweh gekickt hat, kein Vorwurf. Auch wenn es mich immer noch schlicht wundert, wie das mit seinem total lockeren, weltoffenen, extrovertierten und humorvollen Charakter zusammenpasst. Ich darf nicht vergessen, dass er im Gegensatz zu mir nicht gerade aus einer Akademikerfamilie stammt, dazu Teil eines nicht gerade für Weltreisen bekannten Volkes ist und folgerichtig der erste seiner Familie, der diesen Weg gegangen ist. Meinen Respekt hat er, ich gönne ihm die Shisha, auf die er sich angeblich so freut. Die Türken und das Rauchen, it’s a match! Er will außerdem noch einen Vlog hochladen, perfekt! Schließlich gibt es einiges von seinem Japan-Trip zu erzählen, von dem er erst vorgestern mit Luca zurückgekehrt ist. Ich bekomme tolle herbstliche Bilder aus Osaka gezeigt, jede Menge Footage aus den „Universsl Studios Osaka“ inklusive: lebensgroß nachgebaute Harry-Potter-Welten, das Mario-Universum und andere Nintendo-Bezüge. Dazu wahnsinnig schöne Schreine, Tempel und Torbögen.
Bobby ist so nett, legt die Rechnung für alle aus und übersetzt, wo nötig. Anna und Buggi bestellen sich nach und bleiben länger, aber Muskan will ohne Buslinie begleitet werden und müde bin ich auch. So schießen wir an der Metro ein letztes Abschiedsbild, bevor wir einsteigen und nach und nach Leute aussteigen. Ihsan hat eine Tüte mit Kuchen dabei, ein Mitbringsel an seine Eltern. Sein Zug nach Taipei geht morgen Mittag, am Abend geht’s dann mit Turkish nach Istanbul und direkt weiter nach Berlin. Die Abschiedsumarmung ist zwar ein bisschen traurig, aber man merkt ihm die Erleichterung an, die Freude auf Zuhause. Diese Entscheidung wird er wohl nicht bereuen, auch wenn seine Familie ihm besser eine Winterjacke an den BER bringt.

Bis Hasan in Nanzih rausmuss, planen wir zwei spontan einen Anschlussurlaub. Denn zwischen unserem Alishan-Trip nächste Woche und Weihnachten haben wir genug Zeit, auch wenn der Spaßvogel sich über meinen sehr deutsch geplanten Handykalender lustig macht: „Da hat eine Dagmar Geburtstag, und da ist vierter Advent, kannst du da etwa nicht?“ Tatsächlich streiche ich eine Idee, die ich hatte, nämlich die Inselgruppe „Penghu“ im Westen, die sollen im Winter aber sowieso nicht sehenswert sein. Der Hehuanshan weiter nördlich steht dafür schon länger auf Hasans Liste, warum nicht auch den mitnehmen, gerade wenn man sich die Ausrüstung sowieso kauft? Außerdem läuft auch Hasans Zeit dem Ende entgegen. Obwohl er nicht mehr allzu viel geplant hat (deshalb machen wir ja auch so viel zusammen), fühle es sich jetzt schon kacke an, bald nach Europa zurückzumüssen. Das schwierigste an Auslandsaufenthalten ist sowie oft die Rückkehr, das hat mir mein Onkel schon im Sommer vorausgesagt. Und ich weiß ganz genau, dass dieses Gefühl früher oder später auch auf mich zukommt. Nur dass ich eben noch lange bleibe, genau genommen ist meine Zeit in Asien erst nächste Woche zur Hälfte rum, die in Taiwan aber bereits seit einigen Tagen im zweiten Abschnitt angelangt. Nächsten Mittwoch planen wir den großen Decathlon-Einkauf: Zelt, Schlafsäcke, Gaskocher für Instant-Nudeln sowie mein persönlicher Bedarf an Funktionsklamotten, Wanderstöcken und anderweitigen Bedürfnissen wie einer Radhose, einem Helm, Handschuhe und Mütze, einer normalen langen Sporthose, Spanngurten, Reifenflicksets und einem kleinen Rucksack.
Weil der letzte Bus schon abgefahren ist (und ich den sowieso nicht hätte nehmen wollen), geleite ich Muskan von der Cingpu Station aus zum First Campus. YouBike benutzt sie quasi nie, dass sie den kurzen Weg nicht kennt, spricht Bände. Immerhin weiß sie die Vorteile dessen zu schätzen: es ist billig, es ist sportlich, man sammelt tolle Erfahrungen und sieht interessante Dinge. Meine Rede. Ansonsten erzählt sie gerne über ihren Taipeitrip nächste Woche, für den ich ihr schon detailliert alle Hostel- und Buskosten nennen sollte, insofern ich mich daran erinnern konnte, außerdem Busfahrpläne, Fotospots und Tricks, um auf Taipei 101 zu kommen.
Im Dorm fragen Dylan und Sky gleichzeitig meine Lieblingsfrage, die ich fast jeden Abend beantworten darf: „Where are you from?“ Hallo? „I‘m from Germany.“ Die beiden stöhnen und lachen. Selbst schuld, redet halt mal richtiges Englisch.
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