Tagsüber bleibe ich heute im Dorm, weil ein paar organisatorische Dinge anstehen. Aufräumen, Nachrichten aus Deutschland beantworten, eine oder einen neuen Prof für meine Bachelorarbeit organisieren (der bisherige ist letzte Woche abgesprungen), meine Fahrradtour im Januar planen und zu guter letzt die Tour am Wochenende.
Weil das Pickleball gestern wieder auf meine Vorderfüße gegangen ist bzw. sie nicht ganz verheilt waren, überlege ich schon, das Training ausfallen zu lassen. Allerdings habe ich mich schon Montag nicht blicken lassen und will auch nicht den ganzen Tag im Dorm rumhängen. Diese Entscheidung bereue ich fast beim Aufwärmen, denn besser wird der Schmerz natürlich nicht. Zu meinem Glück sieht der Trainingsplan heute aber fast nur Kraftübungen vor, das kann ich mitmachen. Dafür gehen wir zu den vielen Reckstangen am Ende des Platzes und schlingen um jede eine Art Band, das Griffe und Schlaufen an beiden Enden hat und in der Länge verstellbar ist. Für viele Übungen werden die Füße in den Schleifen platziert und dann Liegestütze oder Varianten davon gemacht. Auch der Rumpf kommt nicht zu kurz, bei einigen Übungen gibt Trainer Edward das Motto aus: „Train your stomach!“ Als wir damit durch sind, machen Ray und ich noch ein paar Übungen für Stabhochsprung, die anderen ahmen es nach. Außerdem begegnet mir Koby, der wieder joggend seine Runden dreht. „Nächste Woche müssen wir unbedingt ein Bier trinken gehen“, finden wir beide. Die letzte halbe Stunde Training bin ich raus. Alles, was mit rennen zu tun hat, sollte ich lieber lassen. Stattdessen leihe ich mir wieder ein Faszienmesser, das überragend gut funktioniert. Edward erklärt mir, dass „tASA“ eine chinesische Marke sei und ich mir vor einem Kauf unbedingt Videos anschauen soll, wie man es am besten benutzt. Am besten funktioniert es, wenn man bspw. den Rücken vorher mit Öl eincremt, „then family, or friend, can massage, you!“ Ein paar der Jungs benutzen dieses Tool regelmäßig und massieren sich gegenseitig die Beuger oder den Rücken, fast wie auf dem Night Market. Es soll wohl 3000$TD kosten, aber für den Effekt zahle ich das gerne.
Abendessen gibt es wieder im Restaurant der jüngsten Wahl, die Vorlieben der Gruppe wechseln wohl phasenweise. Auf Rays Roller rasen wir wieder mit 78 km/h über die Brücke, die ich mich normalerweise mit den YouBikes hinaufquäle. Bei gelben Ampeln wird selbstverständlich beschleunigt, aber Ray ist vorsichtig genug, ab einer gewissen Entfernung dann doch stark abzubremsen. Das Büffet hat nicht die allergrößte Auswahl, so ergibt sich für mich fast das gleiche Abendessen wie die letzten zwei Male. Allerdings ist es billig und viele verschiedene Soßen, unter denen einige tatsächlich scharf sind, runden den Geschmack gut ab.

Dann geht es auch schon nach Hause, denn ich muss noch Wäsche waschen und meinen Wanderrucksack packen. Besser, ich komme morgen Nachmittag nicht in den Stress.
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