Bangkok (Donnerstag, 19. März)

Auf die letzten Meter werden wir richtig verwöhnt. Pünktlich um 7:30 Uhr, genau wie bestellt, bringt man uns das Frühstück aufs Zimmer. Ein bisschen unangenehm ist mir die vornehme Behandlung ehrlich gesagt, aber wir haben ja auch dafür bezahlt. Geschmacklich ist es wohl das beste, was wir in letzter Zeit bekommen haben.

Bestes Frühstück der letzten Zeit

Am Vormittag besuchen wir dann die „Ancient City“, die außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes im Süden liegt. Aus irgendeinem Grund kosten die Tickets auf Klook viel weniger (etwa 360 Baht (9,50€) pro Person) als wenn man sie vor Ort kauft, mir soll es recht sein. Von der Endstation der green line, „Kheha“, nehmen wir ein Busshuttle für 10 Baht (0,30€) pro Person, ein sehr großes Tuktuk. Über dem Parkeingang prangt ein großes Schild mit der Aufschrift des Namens, es verspricht viel. Tatsächlich muss man einiges laufen, um überhaupt zu den Ticketverkäufen zu gelangen. Eine Infotafel erzählt, dass wir uns in einem durchaus rekordverdächtigen Museum befinden, genauer im „Largest Private Outdoor Museum of all Humanity“. Zur Einordnung: die „Ancient City“ ist aufgrund ihres Namens etwas irreführend, sie wurde nämlich erst 1972 erbaut und seitdem kontinuierlich fortgeführt. Lek Viriyaphan, ein thailändischer millionenschwerer Geschäftsmann, mittlerweile verstorben, war die sponsorende Kraft hinter dieser Ausstellung thailändischer Geschichte. Scheinbar sehr uneigennützig hat er im Laufe der Zeit mehr und mehr historische Bauwerke nachbauen lassen, teils in kleineren Maßstäben, oder sogar ab- und im Park wieder aufgebaut. Das ganze Gelände hat die Form Thailands, über den schmalen Südteil gelangt man hinein und kann sich im weitflächigen Norden alles anschauen.

Ein Geschichtspark in der Form des Staates

Weil die Distanzen sonst zu groß sind, kann man sich wahlweise in eine „Tram“ setzen, die zwar so aussieht, aber auf vier Reifen fährt, oder auf ein E-Bike, oder in einen der verschieden großen Golf-Buggys. 350 Baht (9,30€) zahlt man für die erste Stunde, für jede folgende nochmal 100 (2,60€). Sie wollen hier zwar einen Führerschein sehen, aber Julian hat ja einen dabei, kein Problem. Als derjenige mit aktuell mehr Übung fahre ich trotzdem, mehr als 30 km/h kann das Bobbycar für Erwachsene sowieso nicht. Im parkinternen Verkehr gilt zwar weiterhin Linksverkehr, das Steuerrad ist trotzdem links angebracht. Rückspiegel oder Blinker gibt es auch nicht, so gefällt mir das. Wer mag, wirft Schulterblicke. Lange habe ich kein Gaspedal mehr bedient, ich habe ganz vergessen, wie viel Spaß das bringt. Die Sitzbank ist sehr gemütlich, das Sonnendach über uns unerlässlich. Es sind gar nicht mal so viele andere Gäste da, die Straßen sind jedenfalls ziemlich frei.

Dafür laufen im Anfangsbereich umso mehr Leute umher, die sich die schnell zu erreichenden Bauten angucken. Ein Mitarbeiter hat uns auf einer ausführlichen Landkarte die sehenswertesten Orte eingekreist und auf Deutsch viel Spaß gewünscht, seinen Anweisungen folgen wir ganz grob. Zuerst sieht man die „Buddhavas of Anatta Universe“, die sich in einem goldenen Palast verstecken. Und damit meine ich golden, das ganze Gebäude ist ein einziges Schmuckstück. Wo auch immer das Original steht, so viel schöner wird es kaum sein. Besonders gut gefällt mir das Dach, das nicht nur Asien-typisch am Rand nach oben geht, sondern gleich komplett schräg (sprich diagonal) liegt und damit den Mittelbau umso mehr betont. Die prächtige Gartenanlage liefert einen schönen Vordergrund, innen kann eine Reihe an Buddhas bestaunt werden, 28 alte und zehn neue. Julian erinnert die Aufreihung an diejenige aus Avatar und probiert sich in der Position Aangs, blickt zu seinen Meistern hinauf. Die Schuhe muss man hier selbstverständlich ausziehen und in einen Raum bringen, der alle 1,80-Meter-Menschen vor Kopfschmerzen warnt. So eine Barfußkultur könne sich ja nur hier entwickeln, meint Julian. Stimmt, das Klima in Deutschland wäre bspw. nicht dafür gemacht, sich in der Kirche barfuß zu machen.

„Buddhavas of Anatta Universe“
28 alte und zehn neue Buddhas
Gold, Gold, Gold!

Ich muss mit meinen Fotos noch viel mehr aufpassen als gestern oder sonst in letzter Zeit. Wer stumpf drauf los fotografiert, landet schnell im Besitz einer Endlos-Galerie mit schrägen Innenraum-Fotos, die man sich nie wieder anschaut. Deshalb: Bedacht, Bedacht, überlegen, was man sich wirklich merken möchte. Es ist aber schwierig, gebe ich zu, bei den Superlativen, die einem hier vor die Nase gesetzt werden. Diese Tempelanlage, in der nebenbei bemerkt auch noch ein großer Buddha liegt, war nämlich nur der Auftakt, wie unsere Karte zeigt.

Erklärschilder gibt es fast überall, allerdings nicht immer auf Englisch. Das ändert aber nichts am Disneyland-Gefühl, das ich vermehrt bekomme, obwohl ich noch nie in einem solchen war. Der Campus an Tempeln und schicken Gebäuden an der ersten großen Kreuzung ist einfach zu überwältigend, in jede einzelne Richtung erstrecken sich aufgeschrägte Dächer, Pfeiler, Statuen, Springbrunnen, Wiesen, Mäuerchen, Schreine, Pavillons usw. Das führt zu einem optischen Multiplikator. Eine Statue im Brunnen könnte vielleicht genauso gut in Surat Thani auf einem Platz stehen, mit den hiesigen Tempeln im Hintergrund sieht sie aber gleich viel krasser aus. Dasselbe gilt umgekehrt. Eine Handvoll Bauten sind leider „under construction“, meist aber nur im Inneren. Zu Anfang des Parks steht allerdings einen riesiges Metallgerüst in Kegelform, um das herum garantiert einer dieser Kegelschreine errichtet werden wird.

Im Zentrum der „Ancient City“ stehen farbige Tempel inmitten prächtiger Gartenanlagen
König Rama X. ist auch dabei
Praktisch jeder Eingang, jede Brücke wird von Fabelwesen bewacht

In einem der größeren Andachtshäuser, ein dreiteiliges Gebäude mit blauem Dach und riesigen Bildnissen des Königs an den Stirnseiten, geht es um ebendiesen. Einige Erklärtafeln mit ausführlicher Bebilderung zeigen, wie er gegen Ende des letzten Jahrzehnts gekrönt wurde, die letzte Zeremonie gab es wohl 2019. Unter anderem soll es eine Schiffskolonne auf der Chao Spraya gegeben haben, die vier Kilometer lang war. Auf anderen Fotos ist Rama X. mit meterhohen Kronen, goldenen Helmen mit Kinnschnalle und auch sonst sehr witzigen Kostümen zu sehen. Sein Gesicht ist dabei stets ausdruckslos, fast, als hätte er einfach keine Lust auf den ganzen Stress. Nun gut, wer sein halbes Leben am Starnberger See verbringt, ist anderes gewohnt. Aber was weiß ich schon… Er scheint beliebt genug in seinem Volk zu sein, das zählt. Drei Jugendliche sind ebenfalls im Raum. Einer von ihnen (in Vollmontur in traditionellem Gewand) kniet betend vor einer Königsstatue nieder und lässt sich ablichten. An den Wänden im Hauptschiff sind farblich dezente Malereien angebracht, die allesamt verschiedene Szenen aus Mythologie darstellen. Moment, Mythologie? „Ja, die hinduistische“, sagt Julian. Scheinbar ist der Buddhismus relativ streng mit dem Hinduismus verwoben, jedenfalls die Götter spielen in beiden Fällen eine bedeutende Rolle. Vielleicht war Siddhartha, der erste Buddha, sogar ein Hinduist. Ähnlich wie bei Jesus, der Jude war, denke ich mir, aber bestimmt hinkt der Vergleich irgendwo. Gerade weil viele den Buddhismus nicht als Religion ansehen. Dabei ist er doch eine der fünf Weltreligionen… Ach, ich blick doch auch nicht mehr durch! Jedenfalls sind auf den Wandbildern hinduistische „deities“ zu sehen, die sich gegenseitig anlocken, bekämpfen, miteinander interagieren. Die Texte darunter machen ehrlich gesagt wenig Sinn, ohne den Kontext zu kennen, und damit meine ich noch nicht einmal die komplizierten Namen aller Beteiligten. Aber es beruhigt mich irgendwie, zu wissen, was für eine gewaltige Lore dahinter stecken muss.

Eigentlich tiefblau, reflektiert das Dach gerade sämtliches einfallende Sonnenlicht
Auf dem Vorplatz glühen die Steinplatten
Links: Krishna tröstet Kopi mit ihrem Flötengespiel. Rechts: Narayana oder Vishnu, außerdem Shiva oder Isavara, Tätigkeiten unklar.

Der Weg zu den jeweils abgestellten Schuhen wird immer heißer, die Steinplatten heizen sich jetzt richtig auf. Da es wenig Schatten gibt, kühlen auch die wunderbar seerosenbedeckten Teiche nur bedingt ab. Auf einer riesigen grünen Freifläche hüpfen winzige Vögel auf und ab, auch Katzen ziehen umher. Neben den ganz festen Gebäuden aus Stein und Stahl gibt es auch eine Menge Holzbauten, des des Öfteren als Pfahlbauten über einer Wasserfläche liegen und per kunstvoll verziertem Steg erreichbar sind. Einzelne Holzplatten sind schon lose, verstärken immerhin die Illusion, man befinde sich in einem uralten Gebäude.

Eine Fassadengestaltung nach meinem Geschmack
Außen schön, innen wird gewerkelt
Disneyland?
Einer von vielen hölzernen Pavillons

Die schiere Menge an Attraktionen lässt alles gestrig Gesehene vergessen, die „Ancient City“ ist für mich jetzt schon die Nummer eins Sehenswürdigkeit in Bangkok. Immer mehr wird mir klar, warum die Google-KI 30 Mio.€ für die Gesamt-Projektkosten schätzt. Eigentlich viel zu wenig, wenn man sich das Areal so anschaut, aber ich kann mir vorstellen, dass es auf thailändische Verhältnisse gemünzt sogar hinhaut. Hinter dem ganzen Protz der aktuellen Königsfamilie stehen hier aber auch Schreine vergangener Dynastien, bspw. der Ayutthaya-Dynastien. Deren Familien regierten Thailand, das damals noch als Siam leicht andere Grenzen abbildete, von der Mitte des 14. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Ähnlich wie das alte China hat das Ayutthaya-Königreich ebenfalls darauf gesetzt, fremde Staaten von sich abhängig zu machen und anschließend Tribute von ihnen einzufordern, das war wohl maßgeblich für den währenden Wohlstand.

Eine Mischung aus Elefant und Drache?
Nachbildung der Residenz eines der letzten Ayutthaya-Könige
Diese etwa 70km nördlich von Bangkok liegende Stadt war die Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs Ayutthaya für 417 Jahre. Der Treffpunkt dreier Flüsse ließ die Wirtschaft scheinbar grenzenlos gedeihen.

Immer wieder muss man sich zwingen, zum Buggy zurück zu gehen, ansonsten verirrt man sich nur allzu leicht in die Ferne. Einiges lässt sich ja auch im Vorbeifahren besichtigen, etwa Statuen auf Podesten, kleinere Pavillons, alte Ruinen. Die Handbremse funktioniert übrigens auch nicht, einmal rollt uns der Wagen fast ins tiefe Gebüsch. Eine goldene Verschachtelung aus Dächern – ich bin mir überhaupt nicht sicher, welche Funktion das Gebäude erfüllt – ist leider gesperrt, auf den Stegen davor tummeln sich trotzdem viele Leute.

Anschaulicher Elefanten-Fight
Goldene Verschachtelung
Copy + Paste + Downsizing

Nach mittlerweile wirklich vielen Elefantenstatuen, schön und heroisch, finden wir sogar die echten. Julius und Ediz hatten es uns bereits erzählt, die Ställe sind ein einziges Trauerspiel. Auf für Elefanten bestimmt zu engem Raum werden die Tiere in Ketten geknechtet, ein dunkles Dach über dem Kopf. Wer will, darf ihnen für nur 250 Baht (6,60€) ein paar Grashalme in den Rachen stopfen, sie streicheln oder Fotos mit den ausdruckslosen Gesichtern knipsen. Ein Gehege zum Auslauf sehe ich übrigens nicht. Mir tun sie so leid, dass ich das Geld lieber aufhebe. Für Smoothies und andere Kaltgetränke z.B., denn egal wie viel man trinkt, unterhydriert bleibt man wie von Zauberhand trotzdem. Bei dem ganzen Spaß am Rumdüsen vergisst man schnell, sich um sich selbst zu kümmern.

Arme Tiere – mehr Platz bekommen sie scheinbar nicht

Overall gesehen hat der Park enorm viele Wasserflächen. Auf einer von ihnen befindet sich eine Insel, die minimal nach oben ausgeprägt ist und deshalb schon als „mountain“ verzeichnet ist. In der hinduistischen Mythologie gibt es natürlich eine entsprechende Sage: Der Berg ist das Zentrum des Universums, auf ihm leben sowohl Götter als auch Dämonen. Ein langer Fisch schlingt sich um diesen Mittelpunkt herum, hält die Insel über Wasser. Die Lore geht garantiert noch tiefer, mehr steht auf dem Schild aber nicht. Woanders ‚treiben‘, besser gesagt ‚liegen‘ einige Langboote im Wasser, die vermutlich bei traditionellen Zeremonien wie einer Königskrönung zum Einsatz kommen.

Der ‚Berg‘ „Sumeru“…
…wird von einem Anandu-Fisch umrandet
Thailändische Langboote

Ein bisschen Botanik ist auch dabei. Themenhäuser wie zu Agaven oder Kakteen visualisieren die Pflanzen, dazu gibt es Tiere aus Lehm in der Landschaft. Generell sind einige Bereiche aufgebaut, als wären sie normale Parks, nur eben mit besonders viel Augenmerk auf das Design. Hier und dann ein plätschernder Wasserfall, kunstvolle Brückchen, Side-Character aus der Mytholgie, die auf Schildern Lebensweisheiten und Tipps geben. Mir fällt immer mehr auf, wie genial es sein könnte, ein Computerspiel (RPG) auf der Mytholgie des Hinduismus/Buddhismus aufzubauen. Man muss noch nicht einmal neue Geschichten erfinden (und würde damit Blasphemie vorbeugen), sondern die Vielzahl an Geschichten liefert bereits die perfekte Grundlage, ebendiese spielbar zu machen. Im Gegensatz zu Religionen wie dem Islam, in dem keine Menschen oder Tiere gezeigt werden dürfen, scheint das hier überhaupt kein Problem zu sein. Marktlücke?

Erdmännchen aus Ton
Seerosen und Pavillons
Pandas und Bambus
Ziemlich große Guanyin-Statue
Eine Gartenanlage mit Liebe zum Detail
Side character „Lohan“

Je weiter wir an den Rand kommen, desto öfter fahren wir auch einfach mal durch die Werkstätten und Baustellen, wo man die Konstruktionsprozesse nachvollziehen kann. Kolonnen an Zementmischern, Solarpaneele, Arbeiter in weiten Klamotten und Sonnenhüten wie auf dem NKUST-Uni-Campus beleben die Gegend. Ein Gruselkabinett ist wohl eher für Kinder gedacht. Das nächste Highlight ist ein gänzlich weißer Tempel, der nach all dem Gold heraussticht und sehr edel wirkt. Eine gewaltige Zwiebel im Inneren ist theoretisch begehbar.

Drache frisst Auto
„Phra That Mondop“
Wofür diese Zwiebel wohl gut ist?

Burgen und Festungen sind im Gegensatz zu den Tempel fast immer maßstäblich verkleinert, dazu trotzdem alt und schmutzig aufgebaut. Viele Kontexte erschließen sich mir nicht, wie bspw. ein Säulenwald oder Bodhisattvas umschlossen von Backsteinen. Interessant ist ein skandinavisch anmutendes Holzdorf, bei dem ich wetten würde, dass Halvar von Flake es schon einmal besucht hat. Wenige Dächer sind mit Reet bedeckt, die Langschiffe und Stege erinnern mich an Wikinger.

Richtig alte Burgen gibt es auch
Unser Go-Kart, äh, Golf-Buggy für den Tag
Bin ich schon erleuchtet? Wie nah bin ich dran?
Thailändische See-Siedlung oder doch Flake?

Und dann sehen wir nochmal einen Elefant. Allerdings weniger kommerzialisiert, chillt er in seinem durchaus großen Gehege vor sich hin, klaubt sein Essen gemütlich auf, in der Mitte steht ein goldener Baum. Im Gegensatz zu den Tieren vorhin besitzt er gewaltige Stoßzähne, die ihn äußerst mächtig aussehen lassen. Außerdem ist seine Haut gesprenkelt, zwischen schwarz und gold bewegen sich die Anzeichen seines hohen Alters. Schilder verbieten Fotos sowie eine Annäherung, aber man kommt sowieso nicht näher als bis zum weit entfernten Zaun, und von Videos ist keine Rede. „Der hat nicht nur einen Rüssel“, merkt Julian trocken an.

nachgebildete betende Statuen die geputzt werden, hier sehr wenige Touristen.

Wer betet hier eigentlich?
Safari für Arme…
…Abenteuer für Mutige…
…und Pfauenritte für Edle
Immerhin hat der Kollege ein wenig Auslauf
Ob der Baum abgefärbt hat?

Die glücklichen Bangkok‘er Architekturstudenren, die zum Zeichnen in dieses Paradies kommen dürfen! Alleine mit Fotos und Herumschauen sind wir schon an die vier Stunden da, theoretisch könnte man Tage damit verbringen. Ganz casual begegnet uns dann noch ein langes Echsentier, vermutlich ein Waran, der sich von keinem Golf-Buggy beeindrucken lässt und die Straße gemächlich überquert, um von einem Teich in den nächsten zu wechseln. Macher. Auch Kühe folgen ein paar Minuten später, werden aber wohl von den Mitarbeitern angetrieben.

Würde sich gut in meinem Vorgarten machen…
So ein Macher

Der letzte große Tempel (Kegel- und Zwiebeltürme zähle ich jetzt mal nicht dazu) ist einer, dessen Aufgangstreppen mit Drachenfüßen verziert sind. Innen befindet sich ein spiegeliger Innenraum, und das Tempelpodest liegt so hoch, dass man ein halbwegs guten Überblick auf große Teile der Anlage bekommt.

Frachenfüße am Aufgang
Ein kleines Spiegelkabinett
Die Umgebung ist irgendwie märchenhaft, nicht?
Wer findet mich?

Zu guter Letzt drehen wir eine lange Runde durch den verbleibenden Teil, stoppen aber kaum noch und machen auch weniger Fotos. Nach so vielen Eindrücken ist man einfach übersättigt. Theoretisch besitzt der Park einen ziemlich hohen Hügel, bei dem man eindrucksvoll sehen kann, wie künstlich er errichtet wird. Es werden also weiterhin keine Kosten gescheut. Zur Zeit ist er leider gesperrt, sonst hätte man bestimmt noch ein guter Übersichtsfoto bekommen. Ein rotes Haus, das wir schon in Phetchaburi gesehen haben, ist ebenfalls verkleinert ausgestellt. Julian setzt sich auf den letzten Metern auch noch mal ans Steuer, die Erfahrung muss man einfach gemacht haben.

Der x-te Turm – trotzdem schön
Der x-te See – trotzdem schön
Da haben sie einfach einen ganzen Berg gebaut
Falls mir ein Unfall passiert, lag es übrigens an der milchigen Windschutzscheibe
Hau-ruck, Hau-ruck…

Am Ende haben wir für alles zusammen 750 Baht (knapp 20€) gezahlt, ich spreche also nochmal meine wärmste Empfehlung dafür aus. Sogar das Essen auf dem Gelände geht in Ordnung, wir stärken uns mit Reis und frittierten Sachen. In der Metro fällt Julian auf, dass die priority seats auch Mönche inkludieren, ein schönes Detail.

Das ist der Vibe

Später wollen wir eigentlich nochmal auf einen Markt gehen, um Souvenirs zu kaufen, allerdings hat der „Chatuchak-Weekend-Markt“ donnerstags nicht geöffnet, wundersamerweise. Also fahren wir die Strecke zurück und suchen stattdessen die „MBK Mall“ auf, die laut ihren Bewertungen wie ein klimatisierter Markt funktionieren soll. Erst einmal bin ich aber geflasht von der belebten Gegend rund um „Pathum Wan“, einem der vielen Stadtzentren Bangkoks. Es gibt quasi überhaupt keine Zebrastreifen oder Ampeln für Fußgänger, alles läuft per Überführung, genauer per zweiten Verkehrsebene. Darüber stapeln sich diverse Metro-Linien, unter einem rauscht der Verkehr. Natürlich dürfen keine übergroßen Bildschirme fehlen, die an den unübersichtlichen und vor allem zahlreichen Malls angebracht sind.

Bangkok in LED
Balkonnutzung: 10/10

Unser Ziel ist zwar wie ein gewöhnliches Kaufhaus aufgebaut, beherbergt in den Verkaufsnischen aber tatsächlich Sortimente, wie man sie sonst auf größeren Nachtmärkten findet. Wilde Ansammlungen von Klamotten, klassischen Souvenirs wie Kühlschrankmagneten, aber auch Schmuck, kleinen Statuen und Riechprodukten füllen die Gänge. Ich kaufe hier und da was ein, Julian schaut meist zu und läuft hinterher, hat dann aber auch ein, zwei Ideen. Wie immer am Ende eines Landes müssen wir mit dem Bargeld aufpassen. Nicht so viel verbrauchen, dass man nochmal hochgebührig abheben muss, aber auch nicht so wenig, dass am Ende viel übrig bleibt. Hungrig und mit müden Beinen (wir haben trotz Golf-Buggy im Park bereits deutlich über 20.000 Schritte hinter uns) geht es dann zurück und in ein indisches Restaurant, dass sich mit fast ausschließlich fünf Sternen auf Google rühmt. Trotz der normalen Preise sieht es sehr edel aus, ein Kartentrickser läuft von Tisch zu Tisch und unterhält die wartenden Gäste. Bevor es wieder ins teure Deutschland geht, muss man sich so etwas doch einfach nochmal gönnen: „Fish Masala“ und Veggie-Curry mit Reis, Roti und Spaßgetränk.

Vor dem Schlafengehen schicke ich noch eine weitere Mail raus, mittlerweile habe ich drei Vorstellungsgespräche für die nächste Woche geklärt. Schön, wie auf einmal die ganzen Sorgen der letzten Wochen und Monate verfliegen bzw. sanft zurückgehen.

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