Hatte ich gestern noch den Campus verlassen, bleibt das heute aus. Wegen Nationalfeiertag kein Unterricht; auch das Jiangonger Gym, das sonst mittags auf hat, ist geschlossen. Ray schreibt mir tagsüber, dass es keine Neuigkeiten bzgl. meines Portemonnaies gibt, also brauche ich auch nicht nochmal hinfahren.
Dafür lade ich mir eine Karteikarten-App runter und haue fast alle meine Vokabeln rein, das nimmt ein, zwei Stündchen in Anspruch. Hilfe bei einigen Schriftzeichen bekomme ich von Mike und Sky, die ihrerseits Hausaufgaben machen müssen. Mike findet, „Leo! You should find a Taiwanese girlfriend, then you will learn much faster.“ I try, I try! Weil ich die ganze Zeit davon ausgehe, dass ein Hiking-Club am Abend stattfindet, fahre ich auch nicht raus in die City. Leider stellt sich das als falsch raus, kurz vor der Startuhrzeit merke ich, dass ich mich im Tag getäuscht habe. Logisch, Freitagabend am Feiertag klingt eh nicht so plausibel.
Dafür pushe ich meinen Clash Royale-Account auf 10.000 Trophäen, wobei Sky mir das Elixir des Gegners ansagt und schreibe ein paar Regeln für Doppelkopf auf, damit das Erklären bei den nächsten Malen leichter fällt.

Außerdem zeichne ich zwei meiner letzten angefangenen Zeichnungen zuende, gebe den letzten Schliff. Nur noch ein paar mehr, dann kann ich sie als Collage über meinem Bett aufhängen.
Wenn ich schon dabei bin, an den Bildschirmen zu hängen, kann ich auch gleich meine aktuelle Serie zuende schauen. Arcane, die Netflix-Serie mit den League of Legends-Charakteren hatte ich schon in Berlin angefangen, aber für die zweite Staffel habe ich in Taiwan immer nur sporadisch Zeit gefunden. Trotzdem war es immer spannend, weshalb ich die letzten drei Folgen am Stück schaue. Vielleicht ist es wie bei der Musik, dass ich mich in letzter Zeit diesen Reizen einfach wenig ausgesetzt habe, aber obwohl das Ende meiner Meinung nach etwas stumpf ist (gerade in den letzten zwei Folgen passieren meiner Meinung nach zu viele wilde unerklärte Sachen, als wäre man nur auf special effects ausgewesen, wohingehend die drittletzte Folge mit dem alternativen Universum richtig gut war), bin ich emotional ein bisschen mitgenommen. Im Rückblick kann ich sagen, die erste Staffel hatte deutlich mehr Pepp und unerwartete Wendungen, eindeutig die bessere Serienhälfte.
Am späten Abend telefoniere ich eine Weile mit meiner Mutter, ansonsten ist dieser Tag ausnahmsweise sehr ereignislos verlaufen. Muss auch mal sein.
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